Burgen
Burgen an der Untermosel, seit Tagen quäle ich mich mit dem Beginn dieses Eintrages. Ich habe viel zu viele Bilder gemacht, hatte viel zu viele Eindrücke. Heute konnte ich nicht mal mehr schlafen, weil der Eintrag endlich fertiggebracht werden will! Nun sitze ich hier und verbringe den frühen Morgen mit meinem Blog.
Der erste Tag in Burgen war mal wieder sehr regnerisch und so verschaffte ich mir erstmal einen Überblick, wie weit die Häuser auseinander stehen und wo sich die letzte Hausnummer der Baybachstraße befand. So landete ich zuerst im Hotel Schmausemühle. Hier am Baybach standen einst viele Mühlen und dieses große Mühlen-Anwesen hier, war einst eine kombinierte Mahl- und Ölmühle. Sogar ein altes Mühlrad war noch zu sehen.


Auf der anderen Straßenseite gibt es das Hotel Waldeck. Um die einstige Burg Waldeck ranken sich viele Rittergeschichten und eine über 1000-jährige Geschichte. Im Sommer muss es sich hier gut draußen sitzen lassen, ich komme bestimmt mal mit dem Motorrad her.
Um die letzte Hausnummer der Straße zu finden, musste ich fast bis Macken fahren, ich dachte schon ich wäre falsch, aber der Weg durch das Baybachtal war wunderschön und so hielt ich sogar im Regen an, um diesen Bach und seine zerklüftete Umgebung besser genießen zu können. Außerdem war dort ein ausgebranntes Hotel zu sehen, was mich echt beeindruckte. Es muss mal schön gewesen sein im Berghof. Gebrannt hat es aber wohl erst, als es schon leer stand.


Als ich meine Adresse gefunden hatte, stand ich vor dem nächsten Hotel, welches an Forellen- oder Fischteichen lag. Allerdings hatte ich ein kleines Häuschen hinter Teichen und Hotel zu finden. Zum Glück sprach ich genau den richtigen Mann an und er ging mit mir durch aufgeweichte Wiesenwege dorthin. Danach beschloss ich wieder nach Hause zu fahren, mit diesen Schuhen konnte ich in keine Wohnung mehr, ohne sie ausziehen zu müssen und außerdem hatte ich jetzt doch genug vom Regen. Morgen war auch noch ein Tag.
Wie sich herausstellen sollte, ein viel besserer und vor allem hatte ich das Gefühl, alle Leute wären zu Hause geblieben. Schon in der Baybachstraße gab es viele hübsche Details an den Häusern, aber mein Schmunzler der Straße war eindeutig der Schriftzug in einem Carport:

Es trinkt der Mensch
es säuft das Pferd,
in Burgen ist es umgekehrt.
Während ich durch Burgen lief, begegneten mir mehrmals Frauen die für die Kriegsgräber und das Denkmal sammelten. Der Friedhof liegt mitten im Ort, hier ein paar Eindrücke.

Von überall hat man den Blick auf die Burg Bischofstein und am liebsten hätte ich 100 Bilder gemacht die immer wieder etwas Anderes im Vordergrund haben und doch nur auf die Burg hinweisen. Die Burg wird laut Internet ausschließlich als Schullandheim genutzt, laut "Borjer" kann man aber hochgehen und von außen besichtigen.

Sorge bereiteten mir diesmal Zählernummern die im Café sein sollten, es aber nicht waren. Am ersten Tag war die Bäckerei schon geschlossen, am zweiten Tag suchten wir und telefonierten mit dem Chef. Als ich schon ein ganzes Stück weiter war, stellte ich fest, dass ich noch das Festnetztelefon in der Tasche hatte und so musste ich wieder zurück. Am dritten Tag hatte ich mich wegen dieser Zähler noch woanders verabredet, dort hatte ich zwar keinen Zähler auf meiner Liste, aber der Name war der Gleiche. Aber auch dort fand ich die richtige Nummer nicht. Allerdings sah ich Licht in der Kirche und das war nur, weil ich auf Zählersuche war. Als ich in die Kirche ging, war dort die Frau, die sich gestern einen Zettel geben ließ und nun gerade den Zähler für mich ablesen wollte. Was für ein Glück, denn die Kirche war gerade restauriert worden: Es war auch noch alles zusammengeschoben, aber das störte den Blick zur Decke und an die Wände nicht. Was für eine Pracht, ich war ehrlich begeistert von den Farben und den Malereien.


Zur Pfarrei St. Sebastian gehört auch das Pfarrheim, dort hatte ich ein langes und sehr interessantes Gespräch über die Kirchen-umstrukturierungen und die verschiedenen Ansichten der oberen und unteren Mitglieder in der katholischen Kirche.
Burgen verläuft bis in den Hunsrück hinauf, dort gehören noch abgelegen Höfe zum Ort. Auf meinem Weg zu diesen Höfen, habe ich immer das Gefühl, ins Ungewisse zu fahren. An diesem Tag fing es langsam an zu dunkeln und so sollte es meine letzte Ablesung sein. Ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich es mir so eingeteilt hatte, denn die Aussicht hätte im Hellen, viel schöner sein können. Es gab einen besonderen Blick auf Burgen und auf den Höhen konnte ich bis in die Eifel sehen, sogar Münstermaifeld war gut zu erkennen. Hinterher war ich aber froh, denn ein Hund, der vom Feld auf mich zu kam, sprang mich an und machte mich so richtig dreckig. Nun konnte ich nach Hause fahren und mich umziehen und brauchte keinen Gedanken daran verschwenden, ob ich nochmal zurückfahren müsste.

Auf der Burger Website wird ein Wanderweg beschrieben, der zu diesem Blick führt. 3 Bänke laden zum Erholen ein.

Oberhalb gibt es immer wieder Holzskulpturen die mich überraschten. Leider war es für einige schon zu dunkel. Beim Salamander Biotop half mir dann mein Autolicht!


Burgen hat viele interessante Geschichten, so wurde mir erzählt, dass die erste Ansiedlung noch Rom genannt wurde. Heute erzählt nur noch ein Biker Hotel davon, welches das Rom in seinem Namen Aroma hat. Andere Geschichten werden von alten Arbeitsmitteln erzählt, die sich überall finden ließen.

Der folgende Spruch stand an einem verlassenen Haus und ich habe den Verdacht, dass er ein schlechtes Omen war.

Die Häuserfassaden erzählen ihre eigenen Geschichten, hier verbargen sich manchmal entkernte Wohnungen die sehr originell erneuert waren. Einige dieser kleinen alten Häuser sind jetzt Ferienwohnungen oder Wochenendhäuser und oft liebevoll eingerichtet.

Natürlich waren auch wieder Kapellen zu finden, hier meine Eindrücke.


Häuser in der unterschiedlichsten Form, warum also nicht auch ein Hausboot. Dieses hier wird auch als Gaststätte und Anleger genutzt.
Im Sommer kann hier dem Wassersport gehuldigt werden. Aber nicht nur mit Wassersport kann man sich in Burgen vergnügen, es gibt auch eine Minigolfanlage.
Die nächsten Bilder zeigen noch ein paar Impressionen, die mir besonders gefallen haben.
2013 suchte der Hagebaumarkt die schönste Straße Deutschlands und die Pützstraße nahm teil und gehörte dann zu 20 Gewinnern. Eine Urkunde hängt im Schaukasten an der Pützstraße.


Das folgende Bild fand ich nicht mehr wieder, als ich den Nachzüglern 2. Karten in den Briefkasten warf oder sie antraf. Die Bänke waren wohl in den Winterschlaf geschickt worden und der Baum hatte alle Blätter verloren.

Ich hatte einige ungemütliche Stunden in Burgen verbracht, aber als ich eine Woche später wieder dort war, schien die Sonne und schenkte mir noch einmal sehr schöne Aussichten, denn Schwäne hatte ich bisher nicht gesehen und der Blick auf die Burg war, während meiner Ablesezeit, nie so sonnig und schön wie hier.

Wenn ich dieses Bild so sehe, bin ich mir sicher, im nächsten Sommer gucke ich mir Burgen von der Burg aus an. Und noch ein paar schöne Dinge die die Vielfalt des Dorfes selbst in der Dekoration zeigen.


Als ich für die 2. Ablesung in Burgen war, nahm ich das kaputte Konfirmationsalbum meiner Tochter mit. Ich hatte die Buchbinderin des Dorfes kennengelernt und war ganz begeistert von ihren Werken, nun wollte ich sie fragen, ob es möglich wäre, es zu erneuern. So verhalf sie mir zu einem Weihnachtsgeschenk und zu einer echten Überraschung. Am 23.12.19 war ich dann wieder in Burgen, um es abzuholen.





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